Freitag, 8. Januar 2010

FORUM LITERATUR # 2: Ein Gespräch über Kaser und seine Brixner Rede mit Martin Hanni



Verehrte Damen und Herren, guten Abend. Ebenfalls begrüße ich den ERRL, den Ersten Registrierten Regelmäßigen Leser dieser Online-Betrachtungen!
Das Urban Dictionary weist darauf hin, dass das Neue Jahr schon vor einer Woche angefangen hat, mithin solle man also nicht mehr "Happy New Year" wünschen, sobald man jemanden im Jahr 2010 zum ersten Mal treffe. Vielmehr sei es angebracht, ihn mit einem coolen "Happy Late Year" zu begrüßen oder damit zu antworten, falls der Betreffende selbst mit seinem Gruß noch ein wenig hinten sei in der Zeit-Wahrnehmung.
Dies eigentlich nur als Ermahnung an mich selbst, um mich an der Kandare zu nehmen und ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass bereits die zweite Sendung FORUM LITERATUR läuft, am Samstag, 09/01/2010, ab ca. 20.10 im RAI-Sender Bozen. (Post zur ersten Sendung.)
Im Studio besucht uns Martin Hanni (Photo: Raetia-Verlag) der Leiter der Südtiroler Dokumentationsstelle. Zusammen mit ihm sprechen wir über die Veranstaltung 40 Jahre Brixner Rede, zu der die Dokumentationsstelle am 27. August 2009 auf die Franzensfeste eingeladen hat. Der letztangebrachte Link hier führt Sie zum Programm der Veranstaltung. Im Gespräch mit Martin Hanni beschäftigen wir uns mit der sogenannten Brixner Rede (eigentlich: Südtirols Literatur der Zukunft und der letzten vierzig Jahre; nachzulesen in: Norbert C. Kaser: Prosa. Geschichten, Schultexte, Stadtstiche, Glossen, Kritik. Hg. v. Benedikt Sauer (u.a.). Innsbruck: Haymon 1988. (109)-(119)). Norbert Conrad Kaser hat diese Rede am 27. August in Brixen gehalten, und wir unterhalten uns darüber, womit er abgerechnet und welches Echo seine harsche Kritik am Zustand der Südtiroler Literatur hervorgerufen hat. Ferner beschäftigen wir uns mit Kasers Position innerhalb derselben Südtiroler Literatur heute, und wie diese Position von den Teilnehmern der Podiumsdiskussion - Andreas Maier, Raoul Schrott, Maria E. Brunner, Joseph Zoderer, Herbert Rosendorfer - auf der Franzensfeste beurteilt wurde.

In diesem Zusammenhang möchte ich Sie auf die Sondernummer der Zeitschrift KULTURELEMENTE hinweisen. Darin finden Sie einen Bericht über die Tätigkeit der Dokumentationsstelle für Südtiroler Literatur, Exzerpte der Beiträge zur Podiumsdiskussion und die Antworten auf Kasers Rede, abgeliefert von Margareth Obexer und Toni Bernhart. Ich kann diese Nummer nur empfehlen.
Ein Dank ergeht an Martin Hanni, der uns vom FORUM LITERATUR mit einem Originalmitschnitt der Veranstaltung auf der Franzensfeste versorgt hat. Dieses Material wird die Grundlage bilden für die nächste Sendung am Samstag, 16/01/2010 ab ca. 20.10 Uhr im RAI-Sender Bozen.

Hier ist das Cover der Publikation, über die wir in der Sendung sprechen: neue literatur aus südtirol. Zusammengestellt von Gerhard Mumelter. Hg. v. d. Südtiroler Hochschülerschaft. Dezember 1970.
Das Buch ist ein Jahr nach der Brixner Rede erschienen. Passend dazu schreibt Gerhard Mumelter in seinem Vorwort: "Dieses Buch ist ein Aufbruch ins Ungewisse. Es stellt Fragen, wirft Probleme auf, eröffnet Perspektiven. Vor allem stellt es die Frage nach dem Bestehen einer neuen Literatur in Südtirol. Antwort darauf vermag diese Auswahl wohl kaum zu geben: was hier vorgestellt wird, ist eine Literatur im Werden, ein Neubeginn nach Jahren des Stillstands. Es ist gleichzeitig der Versuch der Bestandsaufnahme einer Literatur, die sich unter widrigen Verhältnissen durchzusetzen beginnt in einer Gesellschaft, für die Neues jederzeit suspekt war und die erst allmählich Vorurteile abzubauen beginnt." (neue literatur aus südtirol (4)). Es stellt sich die Frage, wie viel sich in dieser Beziehung seither geändert hat. In der nächsten Sendung wird dieser Frage nachgegangen. Kasers Texte, die er - wie die anderen Autorinnen und Autoren - für die Publikation selbst ausgesucht hat, finden sich in dieser Anthologie übrigens auf den Seiten (53) bis (74).


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