Freitag, 5. März 2010

Hl. Message # 2: Eine Krawatte und weitere Photos


Messetagebuch / Text 2


(Irene Hopfgartner)


ein kleiner text
einige photos
und ich geh dann mal die kravatte von erwin seppi fotografieren
außerdem knurrt der magen



bitte für das katzenbild die rubrik einrichten

rubrik achtung: ekelerregend
jasmina.kaluderovic




(Sir.Lady.Sonnenuntergang)


Messetagebuch / Freitag / Text 3



inzwischen ist die totale augenverblödung eingetreten.
zu viele eindrücke
zu viel hände-drücken


eindruck 2


benno simma:
zeigt sein design-objekt
bonded – do it yourself
ein stuhl zum selbsterbasteln mit holz und karton
fesselndes oder eine eigenfesslung


eindruck 3


erwin seppi:
kreuzt mit seinem neuen katalog für die contemporary art gallery ES auf. beindruckend seine blaue kravatte – mein blick stolpert über die blumige halsbinde, abwechslungshunger gestillt, nach so viel kunst.


der galerist weigert sich bockig einen verschachtelten satz oder eine krause gedankenäußerung für unseren blog zu spenden. ich bleibe dran.


DADA lebe hoch,

text – oder was – 2


stimmengewirr in meinem kopf und um uns herum
zaungäste zerpicken mir den satzhorizont ohne unterlass
vorher, kurz vor sonnenuntergang und bevor ich sir lady eisenhover auf der stahltreppe kalt erwischte mit meiner kamera im gegenlicht.

sie dachte:
„pause vom kunst-druck
in der sonne sitzen
rauchen und grübeln


alles nixig, aber nicht fischig
niemals verstehbar das wort: kunst
technische probleme verstopfen die gehirngänge
und gefährden das blog-experiment


freitagmorgen-flaute oder was?
warum ist die messe schon am vormittag begehbar
und die vernissage geht erst am abend über den teppich?
ist dies alles eine aufblähhhung
will sich bozen mit einer kunstmesse am knopfloch
schmücken und pumpt klein- äh großgeld in diese veranstaltung
der der nur mäßiges besucherinteresse entgegenschlägt.
immerhin finden hier eine menge leute arbeit – gut so!
und prost, der siebzehnte cappuccino gluckert die gurgel hinab.
die aussteller sind kunstnomaden, zelte aufschlager und abbrecher
es heißt dass die galerien etc nur einmal nach bozen kommen und
dann nie wieder.
woran das liegt?


stimme aus dem off:*


weil hier nichts verkauft wird
keine sammler, nur schauer
außer spesen nichts gewesen
und außerdem werden massenhaft eintrittskarten verschenkt
um die besucherzahlen in die höhe zu treiben
und dann verschenken sie auch noch die
übrig gebliebenen stände…


*name der redaktion bekannt,


bittet um geheimhaltung oder
um personenschutz
die stunden dehnen sich kaufgummiartig
menschen strömen nun an
vernissage – buffet - schauhungrige


lisa, freibeuterin des künstlerbundstandes, betreut mich und bewahrt mich vor dem nervenzusammenbruch – sie ist verschwunden und meine lunge hustet nach nikotin. Apropos der künstlerbund gewährt mir exil und schreibwerkzeug und erträgt mich.



 
 
 

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