Mittwoch, 31. März 2010

Wenn es Frühling wird ...



The wintry Guards have lost their grip.
Ice and Frost have jumped the ship.
Nature now will pull Her String:
Hail to thee, new-clothéd Spring!
Thomas Laurens, 16th century



















(Jemand sollte sich wirklich mal um eine Gesamtausgabe der Gedichte des genialen Thomas Laurens (oder Lawrence, wie wir's heute schreiben würden) kümmern; 's wär eine schöne Herausforderung für einen der verdienten britischen oder amerikanischen Universitätsverlage; man könnte jetzt noch anregen, dass ein deutscher Verlag, der auf sich hält, sich gleich die Rechte für eine Übertragung sichern könnte - Laurens ist einer der ganz frühen Modernen - aber diese Anregung würde nun vollends verpuffen - wie ein Fußtritt in eine Popcorn-Wolke ...)
Ich bin ein bisschen in Eile, immerhin ist eben gerade Dr. Spencer Reid von einem gefährlichen, in seelischer Hinsicht janusköpfigen Psychopathen namens Raphael (genau: nach dem Erzengel - bei Zeus, diese Religiösen!) entführt worden. Ich befürchte Schlimmes. Deswegen muss ich bald wieder vor die "Glas-Zitze" ((c) Harlan Ellison) und mir den zweiten Teil der Doppelfolge ansehen.
Zuvor möchte ich es aber nicht verabsäumen und - meiner Pflicht als Realitätsbeobachter nachkommend - darauf hinweisen, dass sich wieder einmal alles verändert. Nicht wenige von uns spüren das Ziehen und Reißen in Kopf und Gliedern, so als nähme die Welt plötzlich wieder Fahrt auf. Und waren die graubraunen Brüder Februar und März nicht sehr träge, ja statisch? Eine schlechte Saison für Fotografen, daran merkt man's auch. Trotzdem ist die Realität niemals untätig. Man steht zum Beispiel morgens auf, und sie präsentiert sich als Schmuckkästchen:


Untertags macht man die Erfahrung, dass der Betreiber des Rahmen- und Bildergeschäftes, der in diesem Gedicht erwähnt wird, auch ein Aikido-Meister ist und Unterricht in Selbstverteidigung hält. Und wieder ist man einer Täuschung gewahr geworden! (Von wegen "traurige Gestalt".)


In der Nähe des Doms betrachtet man die Auslage eines Geschäfts, nichtsahnend ... und schon krümmt die Realität ihren Rücken und schlägt absurde Wellen ins Raum-Zeit-Kontinuum. Es handelt sich um ein Schuhgeschäft, dessen Auslage betrachtet wird, wohlgemerkt. Wir sind zwar ganz in der Nähe des Doms, rechtfertigt dieser simple Umstand aber, dass man in besagter Auslage auf das da stoßen muss?


Was ist da nur wieder passiert? Das böseste Gesicht, das den Vatikan seit langem verunziert hat? Soll das Kunden anlocken? Geben Sie doch mal ganz nonchalant die Suchbegriffe "Missbrauch" und "Kirche" in das geduldige Fenster ihrer Lieblingssuchmaschine ein (hier eine Alternative zu Google). Sie werden feststellen, dass Ihnen der Dienst etwa ausgesuchte 60 Seiten hinplatziert, die er aus über 21 Millionen thematisch nahen Einträgen zu einer vorgeschmacklichen Hitparade zusammengestellt hat. Sehen Sie übrigens den Zettel unter dem großen B-XVI-Poster? Da drauf steht: "Theologischer Papst". (Hä?) Wie gern hätte ich an dieser Konferenz teilgenommen. Vielleicht würd ich's besser begreifen ...
Gleichwohl - müde vom Beobachten und von den beruflichen Anstrengungen kann man am Ende des Tages immerhin feststellen, dass sich die Realität in ein Schmuckkästchen zurückverwandelt hat:


Jetzt muss ich leider dringend zum zweiten Teil! Es gibt immer Hoffnung, aber Sie müssen's nicht glauben.











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