Freitag, 2. April 2010

FORUM LITERATUR # 11: Hans Christian Andersen

"Mein Leben ist ein hübsches Märchen, so reich und glücklich. Wäre mir als Knabe, als ich arm und allein in die Welt hinausging, eine mächtige Fee begegnet und hätte gesagt: 'Wähle deine Laufbahn und dein Ziel ...!' - mein Schicksal hätte nicht glücklicher, klüger und besser geleitet werden können."
Hans Christian Andersen: Märchen meines Lebens


In dieser Ausgabe beschäftigen wir uns mit Hans Christian Andersen, dem dänischen Schriftsteller, dessen Geburtstag sich am 2. April wieder jährt. An diesem Tag ist Andersen im Jahr 1905 im dänischen Odense geboren. Über diesen außergewöhnlichen, begabten, schwierigen, facettenreichen Herrn führen wir ein Gespräch mit Margot Schwienbacher. Sie war jahrelang Mitarbeiterin  des Vereins "Drehscheibe - Arbeitskreis für Kinder- und Jugendliteratur". Im Auftrag des Amtes für Bibliotheken und Lesen hält sie immer wieder Fortbildungen zum Thema Leseförderung sowie zu aktuellen Trends in der Kinder- und Jugendliteratur.
Mit Frau Schwienbacher sprechen wir über das Märchen als Gattung, seine Entdeckung durch die Psychologie (Bruno Bettelheim oder Marie-Louise von Franz), über Andersens Kunstmärchen im Speziellen (sie haben - im Gegensatz zum Großteil des übrigen Werkes - seinen bleibenden Ruf als Schriftsteller von Weltrang begründet), über Andersens Leben, seine Eigenheiten und seine Sichtweise auf Kinder.
Wir stellen Ihnen verschiedene Ausgaben vor, die Andersens Märchen enthalten, eine von Nikolaus Heidelbach illustrierte Ausgabe, eine vollständige Ausgabe in einem Band sowie eine dreibändige Taschenbuch-Ausgabe. Um mehr über Andersen und seine Zeit zu erfahren, können Sie in seiner Autobiographie "Märchen meines Lebens" (siehe oben stehendes Zitat) schmökern oder in seinen Tagebüchern: "Ja, ich bin ein seltsames Wesen: Mein Herz ist ein Tagebuch, in dem einzelne Blätter zusammengeklebt sind, doch das Buch selbst kann jeder besichtigen." Einen raschen Überblick erhalten Sie durch die Suhrkamp Basis-Biographie von Gisela Perlet, vertiefend können Sie sich anhand der allgemein sehr gut besprochenen Biographie, verfasst von Andersens Namensvetter Jens Andersen, informieren. Im Insel-Verlag ist auch ein Bericht über eine Reise in die Sächsische Schweiz erschienen, die Andersen im Frühjahr 1831 unternommen hat.
Nicht zuletzt unterhalten wir uns auch über den Hans Christian Andersen Preis, der alle zwei Jahre vom IBBY (International Board on Books for Young People) verliehen wird.


In der Kategorie Autor hat 2010 der britische Erzähler David Almond den Andersen Preis erhalten, und zwar als Anerkennung für den Magischen Realismus, mit dem er die Vorstellungskraft und Kritikfähigkeit seiner jungen Leser fördert. David Almond war Briefträger, Lehrer und Lektor, bevor er zu schreiben begann. In seinem Buch "Zeit des Mondes" wird die Begegnung des 12jährigen Michael mit einem ungeahnten Wesen namens Skellig geschildert. Andere Titel sind "Mein Papa kann fliegen", "Zwischen gestern und morgen" oder "Feuerschlucker".

(Photo: Wikipedia)

In der Kategorie Illustration hat in diesem Jahr die deutsche Autorin und Buchillustratorin Jutta Bauer gewonnen.


Die IBBY-Jury zeichnete mit dem Preis Jutta Bauers Fähigkeit aus, wirklichkeitsgetreues mit legendenhaftem Zeichnen zu mischen. Dies kann man nachprüfen in ihren Bänden um den Teddybären Emma, aber auch in  Büchern wie  "Die Königin der Farben" und "Opas Engel".
Die Gewinner stehen also fest. Die Preise werden am 11. September 2010 in Santiago de Compostela überreicht.
Ausgabe # 11 wird untermalt von Musik aus dem 17. Jahrhundert (Il Giardino Armonico), der Mann am Schnittcomputer war diesmal Rafael Fundneider (thanks, man).















Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen