Dienstag, 22. Juni 2010

Ein Hügel im Dornröschenschlaf # 3


Den obligaten Hundebesitzer grüßend, steigt man nach einem Schluck aus der Flasche von der Pension "Schönblick" aus weiter auf. Macht man sich die Mühe, den einen oder anderen rankenüberwucherten Zaun zu übersteigen, entdeckt man allenthalben Bukolisches, nicht weit abseits des Weges:



Zuletzt erreicht man den schon erwähnten "Wendlandhof", ganz wunderbar auf einem die Stadt überschauenden kleinen Plateau gelegen. Es beglücken einen architektonische Überraschungen. Durchquert man den zu der Gaststätte gehörenden Weinberg, begibt man sich auf einen abenteuerlichen Pfad, der einen Richtung Kohlern oder Kampenn führen kann. Hier - zum Abschluss der Exkursion - der "Wendlandhof" in drei Ansichten:

















Ein Hügel im Dornröschenschlaf # 2



Wenn man sich der Pension "Schönblick" - direkt dem laubüberdachten Aufgang zum "Kohlerhof" gegenüberliegend - nähert, bekommt man definitiv das Gefühl, zwischen die Seiten eines Thomas-Mann-Sommerfrische-Romans geraten zu sein, aus dem sich bereits alle Gäste verabschiedet haben. Zurückgeblieben ist nur das setting, das vom Vergehen der Zeit berichtet.




Der Pension gegenüber befinden sich die Anlagen des "Tennis Clubs". Das anmutig verlassen daliegende Areal - Tennisplätze und ein großer leerer Swimmingpool - sind durch dieses Gitter gesichert:



Und rundherum die apartesten landschaftlichen Details:



(Dieser Baum duftete tatsächlich so herrlich, dass die eifersüchtigen Bienen nicht zuließen, dass man länger daran roch)

Es muss an dieser Stelle gesagt werden, bevor wir zum dritten Teil schreiten: Sollte dieser Wahnsinnige Matteo Thun (oder ein anderer zweitrangiger Zeichner, der sich für Walt Disney hält) den Stift an diesem Hügel ansetzen wie ein verdammter Schönheitschirurg an einer angeblich nicht wohlgeformten Brust, wird man so oft in seinen Träumen wiederkehren, dass eine Einweisung in ein entsprechendes Sanatorium notwendig werden wird. Aus diesem Hügel lässt sich bestimmt etwas entwickeln. Aber man fordert an dieser Stelle dazu FEINGEFÜHL!









Ein Hügel im Dornröschenschlaf # 1


Was man entdeckt, wenn man nach zwanzig Jahren wieder einmal ein Territorium betritt, das in der eigenen Kindheit und Jugend offenbar eine wichtige Rolle gespielt hat. So wichtig scheint es gewesen zu sein, dass man beim Wiedererkennen der Landschaft bemerkt, wie oft man in den zwanzig Jahren diese Gegend im Traum aufgesucht hat. Nach der Loreto-Brücke geht man ein Stück die Trienter Straße entlang, am Restaurant "Carpaccio" vorbei (Meeresfutter als Spezialität, an der Tür ein goldener Löwenkopf), und biegt nach dem Café "Agadir" links Richtung Kampiller Straße zum Untervirgl ein. Hier lauert das impressive Felsentor:


Anlässlich nicht unetlicher Herbstausflüge (Schule und Privat) war hier früher Treffpunkt. Schilder weisen zu den Restaurationsbetrieben Kohler- und Wendlandhof. Hier beginnt der Kalvarienweg, der einen zügig über ein paar ansteigende Stellen bis zur Heilig-Grab-Kirche bringt:


Das österliche Licht dieses sauberen Frühsommermorgens erinnert einen daran, wie man hier an einem Passionsspiel der Katholischen Jungschar teilgenommen hat, als Vertreter des Hohen Rates, ganz ohne Bass-Stimme oder andere Autoritätsmerkmale.


Während man in Serpentinen den Virglweg hinaufsteigt, hat man allerlei Aussichten auf das Stadtviertel Haslach ...


und auf die Haselburg hinüber:


Man passiert Stätten, an denen man früher besonders intensiv gespielt hat und die gerade deshalb hartnäckig in zuvor erwähnten Träumen wiederkehren:


Bald danach erreicht man den "Kohlerhof" mit seinem Gastgarten, in dem man früher auf Geburtstagsfeiern getanzt hat, z.B. zu diesem Lied.













Freitag, 18. Juni 2010

FORUM LITERATUR # 19: 30 Jahre Verein der Bücherwürmer Lana!


(Robert Huez und Christine Vescoli)

Am Samstag, 5. Juni hat der Verein der Bücherwürmer Lana sein 30jähriges Bestehen mit einem Fest gefeiert. Dichter, Autorinnen, Freunde, die untrennbar zur Geschichte des Vereins gehören, waren anwesend. In FORUM LITERATUR führen wir diesmal ein Gespräch mit Christine Vescoli, ehemals Präsidentin des Vereins, derzeit dessen Programmleiterin. Außerdem hören wir die Stimmen von Hans Jost Frey, Freund der Bücherwürmer und Festredner auf der Jubliäumsveranstaltung; von Gundi Feyrer, den Bücherwürmern und Lana eng verbundene Autorin; sowie von Ferdinand Schmatz, Ernst-Jandl-Preisträger von 2009 - er liest aus seinem neuesten Lyrikband "quellen" (Haymon, 2010) vor. Wer sind die Bücherwürmer, wofür stehen sie, was tun sie, wo wollen sie hin? Antworten dazu in der Sendung FORUM LITERATUR, Samstag, 19. Juni 2010, ab etwa 20.10 im RAI-Sender Bozen. Jede(r) ist willkommen.










Samstag, 12. Juni 2010

FORUM LITERATUR # 18: Der Koch, sein Buch, dessen Autor & die Gruppe Blau




2002 hatte der Ultner Daniel Breitenberger die Idee, Giancarlo Godio, dem Piemonteser Pionier der gehobenen Südtiroler Küche, Betreiber des Restaurants "Enzian" in Weißbrunn auf 2000 m Höhe, ein Denkmal zu setzen. Ein Buch sollte es sein, frech, witzig, vorlaut, innovativ und in keine Schublade zu quetschen - genau wie der Mensch, dem Breitenberger es widmen wollte. Kein Verlag erwärmte sich für das Projekt. So bildete sich die Gruppe BLAU, um das Buch auf eigene Faust zusammenzustellen und zu veröffentlichen.



Gruppe BLAU: v.l.n.r. Alfonso Demetz (Grafik, zusammen mit Philipp Putzer), Daniel Breitenberger (Projektleiter), Werner Oberthaler (Autor, Recherche), Markus Breitenberger (Projektmanager)

Um dem Erscheinen des Buches "Blau. Giancarlo Godio - Ein Stern für die Bonne Cuisine" einen würdigen Rahmen zu geben, gründete die Gruppe eigens den Verlag Gamsblut. Als es nach mehrjähriger Mühe schließlich vorlag, kam Alfonso Demetz von der Agentur Gut Gestaltung auf die Idee, das Buch beim Wettbewerb der schönsten Bücher Österreichs einzureichen. Von 240 beim Wettbewerb vorgelegten Büchern kam "Giancarlo Godio" nicht nur unter die ersten 15, sondern gewann auch den Staatspreis in der Kategorie Kunstbände und Fotobücher.


In dieser Ausgabe von Forum Literatur nehmen wir den preisgekrönten Band ein bisschen unter die Lupe. Autor Werner Oberthaler ist am Telefon mit uns verbunden und erzählt alles rund um die Entstehung des Buches sowie biografische Einzelheiten aus dem Leben des Sternekochs Godio, der 1993 seinen Michelin-Stern wieder verlor und ein Jahr später dann ... ach, hören Sie doch selbst.
Musik kommt diesmal von Michael Nyman. Er hat am 4. Juni 2010 im Teatro Cristallo in Bozen ein leider schwach besuchtes Konzert gegeben. Passend zum Thema hören Sie Auszüge aus dem Soundtrack zu Peter Greenaways Film "Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber".


Dieser Nachtrag stammt vom August 2010. Anlässlich eines Ausfluges ins Ultental entstanden folgende Aufnahmen von der derzeitigen Situation in Weißbrunn:





(Der Stausee von Weißbrunn)

(Der Hubschrauberlandeplatz am Seeufer)


(Das E-Werk der ENEL)


(Der frühere Berggasthof "Enzian" von Giancarlo Godio)




(Anbauten mit Ferienwohnungen)



(Der Gasthof der "Knödlmoidl")












Donnerstag, 3. Juni 2010

FORUM LITERATUR # 17: Das Literarische Quartett im Sender Bozen


Das Literarische Quartett - Christine Vescoli, Margit Oberhammer, Ferruccio delle Cave und Georg Mair - hat sich ein weiteres Mal versammelt, um über interessante Neuerscheinungen zu diskutieren:


Es handelt sich um den Prosaband "Loslabern" von Rainald Goetz, erschienen bei Suhrkamp; um den Roman "Am Anfang war die Nacht Musik" von Alissa Walser, erschienen im Piper-Verlag; den Briefwechsel zwischen Paul Celan und dem Ehepaar Demus, verlegt bei Suhrkamp; sowie um den Briefwechsel zwischen dem österreichischen Autor Thomas Bernhard und seinem Verleger Siegfried Unseld, natürlich: Suhrkamp.
Forum Literatur # 17 hören Sie am Samstag, 05/06/2010, ab 20:10.











Mittwoch, 2. Juni 2010

Farewell, Brave Skeptic



(Foto: Konrad Jacobs)


e-Skeptiker - Newsletter für Wissenschaft und kritisches Denken herausgegeben vom "Zentrum für Wissenschaft und kritisches Denken" der "Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V." (GWUP)

__________ Nr. 4/2009 (27.05.2010)____________



***Martin Gardner (1914 - 2010)***


Die Skeptiker haben einen ihrer Urväter verloren: Am 22. Mai 2010 starb der amerikanische Autor Martin Gardner im Alter von 95 Jahren.

Gardners skeptischer Klassiker - "In the Name of Science" - erschien erstmals 1952. Besser bekannt ist der Titel der zweiten und erweiterten Auflage von 1957: "Fads and Fallacies in the Name of Science". Das Werk lieferte eine ausführliche Übersicht über die Pseudowissenschaften in der Mitte des 20. Jahrhunderts. 1982 folgte ein weiterer Klassiker: "Science: Good, Bad and Bogus". Vieles davon ist bis heute aktuell, weil die meisten Parawissenschaften keinen Erkenntnisfortschritt aufweisen und damit statische Denkgebäude sind. Leider liegen diese beiden Klassiker nicht in deutscher Übersetzung vor.

Im Jahre 1976 gehörte Gardner zu den Mitbegründern von CSICOP (Committee for the Scientific Investigation of Claims of the Paranormal; 2006 umbenannt in "Committee for Skeptical Inquiry": CSI). In der Zeitschrift "Skeptical Inquirer" schrieb er fast 20 Jahre lang die Kolumne "Notes of a Fringe Watcher".

Außerhalb skeptischer Kreise war Gardner vor allem durch seine Kolumne "Mathematische Spielereien" bekannt, die von 1956 bis 1981 im Wissenschaftsmagazin "Scientific American" erschien. Die letzten Jahre davon waren auch in der deutschen Ausgabe "Spektrum der Wissenschaft" zu lesen. Als Universalgelehrter schrieb Gardner über viele Themen, von der Wissenschaft bis hin zur Philosophie und Religion. Auch einige belletristische Werke sind von ihm erschienen. Auf Deutsch liegen von ihm vor allem Bücher über mathematische Rätsel und Spielereien vor.

Diese Nachricht auf www.gwup.org:
http://www.gwup.org/infos/nachrichten/979-martin-gardner-1914-2010


Fads and Fallacies:
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Science: Good, Bad and Bogus:
http://astore.amazon.de/gwupdieskept-21/detail/0879755733

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Impressum:


Herausgeber und Redaktionsanschrift: Zentrum für Wissenschaft und kritisches Denken, GWUP e.V., Arheilger Weg 11, 64380 Roßdorf. Redaktion: Dr. Martin Mahner (V.i.S.d.P.). Alle Texte - soweit nicht anders gekennzeichnet - ©2010 GWUP.

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