Montag, 6. Dezember 2010

FORUM LITERATUR # 37: Zoderer, Rosendorfer, Jancar, der Kaschperl

An dieser Ausgabe von Forum Literatur haben viele mitgewirkt, was die Folge zu einer Art Gabensack macht, der geöffnet wird. Es beginnt mit einem Gespräch, das Redakteurin Heidy Kessler mit Joseph Zoderer anlässlich des 75. Geburtstag des Autors geführt hat. Dabei wird Rückschau auf das Literaturfestival randlos gehalten.



Dann sprechen wir über eine originelle, vergnügliche und - ja - auch gastronomische Neuerscheinung aus dem Hause Folio. Es war an der Zeit, dass endlich einmal eine Sammlung mit Henkersmahlzeiten nebst den mit den Delinquenten verbundenen Historien auf den Markt käme. In diesem Herbst ist es passiert. Herbert Rosendorfer (Corine-Preisträger 2010), der ja eine Vorliebe für das Nicht-Unskurrile hat, zeichnet - zusammen mit Sternekoch Herbert Hintner (er hat für die Nachkochbarkeit der letzten Mahlzeiten gesorgt) - für diese Sammlung verantwortlich. Die Aufzeichnungen des königlich bayrischen Henkers Bartolomäus Ratzenhammer sind eine originelle Travestie, der Blick des Autors bleibt dabei immer auf die aktuellen Zeitläufte geheftet. Die Ö-Töne des Beitrags wurden von Hansjörg Baumgarten und Markus Perwanger beigesteuert.


Auch aus dem Folio-Verlag stammt die deutsche Übersetzung von Drago Jančars Roman "Der Baum ohne Namen", die Geschichte des in Ljubljana lebenden Archivars Janez Lipnik. Er begegnet an seinem Arbeitsplatz einer Geschichte, die ihm seine Wirklichkeit zum Einsturz bringt. Zwei Kriege vermengen sich, Wirklichkeit wird durchlässig, und aus welcher Geschichte stammt ein bestimmtes Detail, das Lipniks Frau Marijana zu betreffen scheint? Lipniks Phantasie läuft Amok, bis in seinem einst so ruhigen Archiv mehr Leben herrscht, als er verkraften zu können glaubt. Ein Roman, an dem Italo Calvino seine Freude gehabt hätte.

 Wir haben auch wieder etwas für Kinder (und natürlich Eltern) dabei - das Buch "Seid ihr alle da? Lustige Stücke fürs Kasperltheater, praktische Tipps, pfiffige Kasperljausen" von Magdalena Gasser. Am besten, empfiehlt die Autorin, schlüpft man einfach in die Puppen hinein und legt los. Und tischt hinterher für Mitwirkende und Publikum was Feines auf. Das Gespräch mit der Autorin hat Erica Corbellini geführt.









Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen