Dienstag, 11. Januar 2011

THEMA LESEN # 3: Lesen als Tätigkeit


(Wandmalerei in Pompej. Bild: Wikipedia)

Lesen ist mit ungeheuer viel Ideologie befrachtet, die Fragen dazu existieren beinahe schon, seit der Mensch eine Schrift hat und sie liest: Wie liest man? Wer kann, darf, soll lesen? Wozu lesen? Was lesen? Wie viel und wie lange lesen? Sofort wird klar, dass Erziehung und Bildung hier auf den Plan gerufen werden, und in diesem Kontext erleben wir – jüngst wieder ausgelöst durch die letzten PISA-Ergebnisse – die meisten und turbulentesten Diskussionen rund ums Lesen. Demgegenüber stehen oft pauschalisierte Klagen von Seiten des Buchmarktes, das Verlagsgeschäft sei prekär, das Leseinteresse gehe mehr und mehr zurück – die Jugend, ach, die Jugend usw.
Wir möchten in dieser Sendung die ganze Angelegenheit etwas entkrampfen, indem wir übers Lesen nicht als etwas sprechen, was jeder in möglichst großem Ausmaß tun muss – v.a. Bücher – v.a. Literatur, Weltliteratur, aber auch Neuerscheinungen usw. Wir sprechen übers Lesen als eine Tätigkeit, die jeder und jede auf die ihm oder ihr angemessene Art und Weise in den eigenen Alltag einbauen kann.
Inzwischen hat sich ja z.B. herumgesprochen, dass regelmäßige moderate Bewegung die Ausdauer fördert, sich positiv auf das Herz-Kreislaufsystem auswirkt, entspannt, durchblutet, das Immunsystem stärkt, und – nicht zuletzt – eine nachhaltige Wirkung auch fürs Alter hat. Da wir im Schnitt immer älter werden, ist es wichtig zu überlegen, wie man sich für den ausgedehnteren letzten Lebensabschnitt vorbereiten kann. Immerhin möchte man da ja immer noch gesund, aktiv und möglichst selbständig sein.
Wie gesagt – regelmäßige Bewegung, verbunden mit guter Ernährung ist dabei ein wichtiger Teil – aber was wäre ein gesunder Körper ohne ein gesundes Gehirn, das ihn steuert?
Lesen kann für das Gehirn das leisten, was der Sport für den Körper tut. Wir stützen uns dabei auf einen Artikel aus aus der Zeitschrift GEHIRN & GEIST, und zwar aus der Nummer 10 aus dem Jahr 2010.
Außerdem unterhalten wir uns über dieses Buch es französischen Literaturprofessors und Psychologen Pierre Bayard:


Auch Bayard versichert uns glaubhaft, dass man sich das mit dem Lesen durchaus so einteilen darf, dass es nicht anstrengen muss, sondern vielmehr Freude bringend und sogar kreativ sein kann.
Abschließend sprechen wir noch darüber, dass es nützliche Herangehensweisen an Bücher gibt, die helfen, Zeit zu sparen und sich nur das Benötigte herauszupicken bzw. zu merken. Voraussetzung ist immer, dass man weiß, mit welchem Lesestoff man es zu tun hat und was man sich von der Lektüre erwartet bzw. damit bezweckt. Dazu folgender Buchtipp:



Und hier noch einmal unsere Buchauswahl zum Thema:

Alberto Manguel: Geschichte des Lesens: Illustrierte Neuausgabe. S. Fischer Verlag.
Anne Fadiman: Ex Libris. SchirmerGraf Verlag.
Umberto Eco: Die Kunst des Bücherliebens. Hanser Verlag.
William Somerset Maugham: Der Büchersack. Diogenes Hörbuch.
Pierre Bayard: Wie man über Bücher spricht, die man nicht gelesen hat. Antje Kunstmann Verlag. Taschenbuch bei Goldmann.
Thomas Eder u.a. (Hg.):  Seitenweise. Was das Buch ist. Edition Atelier.
Maryanne Wolf: Das lesende Gehirn: Wie der Mensch zum Lesen kam und was es in unseren Gehirnen bewirkt. Spektrum Akademischer Verlag.
Stanislas Dehaene: Lesen: Die größte Erfindung der Menschheit und was dabei in unseren Köpfen passiert. Albrecht Knaus Verlag.
Mortimer J. Adler & Charles van Doren: Wie man ein Buch liest. Zweitausendeins.
Günther Emlein und Wolfgang A. Kasper: Flächenlesen. Die Vielfalt der Schnell-Lesetechniken optimal nutzenl. VAK Verlags GmbH.
Sabrina Melandri: Lesende Frauen. Anmut und Verzauberung. Thiele-Verlag.
Stefan Bollmann: Frauen, die lesen, sind gefährlich. Elisabeth Sandmann Verlag.
Stefan Bollmann: Frauen, die lesen, sind gefährlich und klug. Elisabeth Sandmann Verlag.






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